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Ist die Mineralstofftherapie nach Dr. Schüßler eine Versorgung oder ein Reiz?
Die Auseinandersetzung zu diesem Thema ist nicht neu. Viele Autoren haben sich schon damit beschäftigt. So darf es den Leser nicht verwundern, wenn in diesem Abschnitt eine ganze Reihe von Zitaten gebracht wird. Vielleicht können diese den Eindruck erwecken, als ob die einzelnen Autoren miteinander in einem ernsthaften Gespräch zu ergründen versuchen, wie denn die endgültige oder doch eher wieder einmal vorläufige Antwort ausschauen könnte.
Entweder - oder
Als Samuel Hahnemann der Begründer der Homöopathie 1843 starb, hatte sich seine Therapie schon längst etabliert. Sie war eine weitverbreitete Heilweise, der viele Menschen nachfolgten. Die Einarbeitungszeit in die Homöopathie ist eine sehr lange und die Therapeuten haben als Homöopathen eine jahrelange Aufbauarbeit und Einarbeitungszeit hinter sich. Ist doch ein wesentlicher Teil dieser Heilweise auch, wie in der Biochemie nach Dr. Schüßler, auf die persönliche Erfahrung des
Behandlers angewiesen.
Eine große Gruppe von Anhängern derselben Sichtweise entwickelt ein Zusammenhangsgefühl. Es entwickeln sich Binnenströmungen und es besteht die Möglichkeit, daß sie sich fast nur mehr in den eigenen Kreisen bewegt. Wird ihr Selbstverständnis, der Hintergrund, welcher sie zusammenhält, in Frage gestellt, kommt es zu Abwehrreaktionen. Es hängt wohl vom Temperament des einzelnen ab, aber die dem Widersacher gegenüber empfundenen Gefühle gehen von lästig bis bedrohlich, ja sogar existenzbedrohend.
Daraus resultieren folgende Handlungen. Entweder gelingt es, den Revolutionär mit seinen neuen Ideen in das bestehende System einzugliedern oder er wird ausgestoßen. Ist er nicht bereit, sich einzugliedern, kommt es zur Polarisierung und der Gefahr der gegenseitigen Bekämpfung. Steht der solcherart Anfeindungen Ausgesetzte dem Druck nicht stand, ist das neue Element, das zum Leben hätte kommen können, vom Untergang bedroht. Starke vorherrschende Lehrmeinungen sind immer in Gefahr zu erstarren, weil sie sich zu wenig mit Alternativen auseinandersetzen, sondern eher immer wieder mit Rechtfertigung und Untermauerung des eigenen Standpunktes beschäftigt sind.
So darf es nicht verwundern, daß in der Umgebung von Dr. Schüßler Versuche gestartet wurden, seine Heilweise in das Gebäude der Homöopathie einzuverleiben. Dabei mußte die neue Heilweise in die Vorstellung, in das Lehrgebäude der Reizheilweise eingegliedertwerden. Einige Textbeispiele mögen diesen Vorgang aufzeigen. Wegen der großen Bedeutung der anstehenden Überlegungen sind die Zitate etwas ausführlicher.
Hermann Deters(1) schreibt in seinem Handbuch:
"Außerordentlich interessant ist nun die Tatsache, daß fast zu gleicher Zeit mit Dr. Schüßler ein anderer, nämlich der physiologische Chemiker Hensel mit der Lehre hervortrat, daß die Krankheiten auf einen Mangel an anorganischen Stoffen zurückzuführen seien. Dr. med. Schüßler gebührt aber das unbestrittene Verdienst, an erster Stelle eine Mineralsalztherapie begründet zu haben, wie noch einmal hier hervorgehoben werden soll, weil man von anderer Seite geflissentlich diese Tatsache gern mit Schweigen übergeht. Während Schüßler, wie wir gehört haben, sich homöopathisch verdünnter Gaben bediente, wandte jedoch Hensel materielle Dosen an. Den Unterschied zwischen homöopathischer bzw. biochemischer und materieller Dosis macht Schüßler in seiner "Abgekürzten Therapie" folgendermaßen klar: Will man Glaubersalz (Natrium sulfuricum) ins Blut gelangen
(1)Deters, Hermann: Handbuch der Dr. Schüßlerschen Biochemie, Seite 47f
lassen, so erreicht man diesen Zweck nicht durch Verabreichung einer konzentrierten Lösung. Diese wirkt nur innerhalb des Darmrohres, sie erregt einen wässerigen Durchfall und verläßt mit den bezüglichen Entleerungen den Organismus. Eine verdünnte Glaubersalzlösung gelangt von der Mundhöhle und dem Schlunde aus ins Blut und in die übrigen Interzellularflüssigkeiten und bewirkt vermöge der wasseranziehenden Eigenschaften des Salzes den Übertritt überschüssigen Wassers aus den Geweben in das venöse Blut und eine Vermehrung der Harnabsonderung.
Ein weiterer Unterschied beider Therapien besteht darin, daß Hensel in der Hauptsache nur einen Mangel an Mineralsalzen im Auge hat, während Schüßler auch eine Störung im Rhythmus der Moleküle in Betracht zieht, indem er sagt: Wenn in den Geweben das Ernährungsmaterial in erforderlichen Quantitäten und an den richtigen Stellen vorhanden ist und keine Störung in der Bewegung der Moleküle eintritt, so gehen der Anbau neuer und die Zerstörung alter Zellen, sowie die Abfuhr unbrauchbarer Stoffe normal von statten, und das betreffende Individuum befindet sich im Zustande der Gesundheit.
Zur Beleuchtung ein Schüßlersches Beispiel: In dem Nährboden der Knochen eines an Rachitis leidenden Kindes ist infolge einer Bewegungsstörung der Moleküle des phosphorsauren Kalkes (Calcium phosphoricum, phosphorsaures Calcium) ein Manko an diesem Salz entstanden. Das für die Knochen bestimmte Quantum phosphorsauren Kalkes, welches seinen Bestimmungsort nicht erreichen kann, würde im Blut einen Überschuß bilden, wenn es nicht mit dem Harn ausgeschieden würde.
Nachdem die Molekularbewegungsstörung in dem betreffenden Nährboden mittels minimaler Gaben phosphorsauren Kalkes ausgeglichen worden, kann der überschüssige phosphorsaure Kalk in die normale Strömung gelangen und die Heilung der Rachitis sich demgemäß vollziehen.
Wer den letzten Absatz, der besonders von mir durch Kursivdruck hervorgehoben ist, ruhig auf sich wirken läßt, der kommt wohl gleich mir zu der Überzeugung, daß durch die minimalen Gaben phosphorsauren Kalkes zunächst ein Reiz auf die pathogen veränderte Zelle ausgeübt ist, der die Molekularbewegungsstörung ausglich, und daß dann das Manko durch den überschüssigen phosphorsauren Kalk gedeckt wurde. Meines Erachtens ist die Erstwirkung der biochemischen Zellensalze stets in einer Reizwirkung auf den entsprechenden Zellenkomplex zu suchen, und als Sekundärwirkung erfolgt die Aufnahme neuer, fehlender Mineralsalze. In unserem Falle erfolgt die Ergänzung aus dem vorhandenen Überschuß. Jedoch ist in anderen Fällen auch die Möglichkeit gegeben, daß die neu gekräftigten Zellen, wenn kein Überschuß vorhanden ist, ihren Bedarf holen aus den Mineralstoffen guter, vollwertiger Nahrungsmittel."
Wie gern Deters die Heilweise Dr. Schüßlers in das bestehende Gebäude der Reizheilweise eingeordnet hätte, geht aus dem folgenden Text besonders deutlich hervor:
"Zu der Zeit übrigens, als Dr. Schüßler noch homöopathischer Arzt war, hat er die durch minimale Gaben von Calcarea (Calcium carbonicum Hahnemanni) bei verzögerter Zahnung erzielte Reizwirkung selbst zugegeben. Er sagte damals in einer Entgegnung auf Angriffe des schon erwähnten Professor Bock folgendes: Die Infinitesimalgaben (unwägbar kleine Gaben) von Kalk, welche die Homöopathie solchen Kindern verordnet, entsprechen zwar nicht, ihrer Quantität nach, dem Mangelquantum, sie regen aber den Organismus zu seiner natürlichen Tätigkeit an, aus den kalkhaltigen Nahrungsmitteln den Kalk zu entnehmen, dessen er bedarf. Die Verabreichung von Calcarea hat also auch hier eine physiologische Bedeutung. Wenn Schüßler später, als er seine Grundsätze für die Wirksamkeit seiner
biochemischen Therapie aufstellte, diese Anschauung von der Wirksamkeit seiner Mittel beibehalten hätte, so wäre ihm vielleicht manch harter Kampf um die Anerkennung seiner Lehre erspart geblieben."
Obwohl er einige Zeilen später bemerkt: "Die biochemischen Zellsalze sind, wie wir gesehen haben, nicht allein als Ergänzungsmittel, sondern auch als Reizmittel zu betrachten." geht er in den praktischen Anwendungen von Standpunkt der Reizheilweise nicht ab. Er wendet das homöopathische Prinzip der Gegenspieler an, das heißt, daß er von Reizwirkungen ausgeht, welche einander unter Umständen widersprechen, was durchaus für Reize gelten mag. Nicht aber bei der Ergänzung von Fehlendem. So schreibt er weiterhin folgendermaßen:(1)
"Magnesium findet sich im Körper stets in Gesellschaft mit Calcium vor. Man kann deshalb im Falle des Versagens des einen das andere heranziehen. Zusammengeben darf man sie niemals, denn es sind Gegensätzler, genau so wie Kalium und Natrium. Wenn Gegensätzler zusammen (d.h.) vermischt gegeben werden, heben sie sich in der Wirkung auf."
In dem ganzen Hin und Her schlägt sich Deters letztlich in der praktischen Anwendung auf die Seite der Reizheilweise, obwohl er in den allgemeinen Formulierungen beides zulassen kann.
Auch bei Dr. Kirchmann, Autor des bekannten "Biochemie Lexikons nach Dr. Schüßler"(2)kann dieselbe widersprüchliche Haltung beobachtet werden. Er schreibt: "Wir haben gesehen, daß die Wirkung der biochemischen
(1)Deters, Hermann: Handbuch der Dr. Schüßlerschen Biochemie, Seite 79(2)Kirchmann, Dr. K.: Biochemie Lexikon nach Dr. Schüßler, Hamburg: Verlag R. Mertens, 2. Auflage 1976, Seite 47
Salze darin besteht, daß der Mineralsalzmangel der Zelle, also der Hunger der Zelle (bzw. des Blutes und der Zwischenzellflüssigkeit) gestillt wird. Die Zelle hat zu wenig Mineralsalze und wird dadurch "funktionsuntüchtig", sie kann keine Arbeit leisten, es entstehen: Schwächen, Unterfunktion, "Krankheiten". Durch Zuführung des oder der fehlenden Salze vollzieht sich dann die Wiederherstellung des normalen Zustandes, des Sättigungszustandes der Zelle: sie wird wieder funktionstüchtig, d.h. es tritt der Zustand der normalen Tätigkeit der Zellen: der "Gesundheit" wieder ein. Nun enthalten aber nicht alle Zellen die Mineralstoffe in gleicher Menge;z.B. Knochenzellen enthalten vorwiegend Kalk, die Zellen des Muskelgewebes vorwiegend Eisen usw. Infolgedessen kommt jedem der elf Salze ein ganz bestimmtes bevorzugtes Wirkungsgebiet zu.
Trotzdem also die echte Biochemie nach Dr. Schüßler - Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe als Heilmittel nur elf Salze anerkennt, ist die Anwendung derselben durchaus nicht so ganz einfach."
An dieser Stelle hat Dr. Kirchmann eine Fußnote im Text angebracht, in der er den homöopathischen Grundsatz des Antagonismus als für die Biochemie nach Dr. Schüßler - Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe für gültig erklärt. Damit nimmt er ganz eindeutig Stellung für eine homöopathische Sichtweise bzw. Haltung, wodurch es zu komplizierten Einnahmeplänen kommt, wie noch darzustellen sein wird. Er schreibt:
"Ganz schlaue und geschäftstüchtige Fabrikanten haben versucht, folgendermaßen zu argumentieren:
Wenn 11 Salze zur Heilung aller Krankheiten genügen, dann braucht man ja nur dem Körper alle 11 Salze auf einmal in einem Präparat zuführen, und die Zelle wird dann schon auf Grund ihres Hungers und auf Grund ihres Auswahlvermögens die Salze, an denen sie gerade Mangel hat, sich heraussuchen; dann müsse automatisch die Gesundheit eintreten. Bei solcher Betrachtung ergebe sich also, daß wir gar keine Diagnose zu stellen brauchten und daß jeder Arzt überflüssig werde.
Eine derartige Beweisführung ist grundfalsch, und solche Handlungsweise ist eine äußerste Gefährdung für den Körper. Denn die einzelnen biochemischen Mittel stehen zueinander in einem Verhältnis der Gegensätzlichkeit, des Antagonismus (ein solcher Antagonismus besteht z.B. bei Calcium einerseits und Natrium und Kalium anderseits). Wenn man nun dem Körper alle 11 Mittel auf einmal (oder auch hintereinander in kurzen Abständen, wie manche Fabrikanten verordneten) wahllos zuführt, dann kann begreiflicherweise die spezifische Wirkung des einen Mittels sich nicht im Sinne der Heilung entfalten, da sie durch die entgegengesetzte Wirkung eines anderen Salzes aufgehoben wird." ... "Allerdings ist nichts dagegen einzuwenden, wenn zur Vorbeugung alle 11 Mittel der Reihe nach eingenommen werden, man muß aber dann mit den einzelnen Mitteln täglich, noch besser alle zwei Tage, abwechseln."
Dr. Kirchmann läßt also nur ein Mittel an einem Tage zu, was bei ihm so weit führt, daß er Einnahmepläne für eine ganze Woche macht, was aber das Anwenden der Mineralstoffe nach Dr. Schüßler - Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe (Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe) sehr verkompliziert. So verschreibt er (1) z. B. bei Gelenkgicht, Gelenkrheumatismus:
(1)Kirchmann, Dr. K.: Biochemie Lexikon nach Dr. Schüßler, Seite 178
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Bei gleichzeitiger Blutarmut |
Bei nervöser Disposition
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Bei Empfindlichkeit gegen Witterungsumschlag |
| Montag |
Calcium fluoratum |
Calcium fluoratum |
Calcium fluoratum |
| Dienstag |
Calcium phosphoricum |
Kalium phosphoricum |
Natrium sulfuricum |
| Mittwoch |
Natrium chloratum |
Natrium phosphoricum |
Natrium phosphoricum |
| Donnerstag |
Natrium phosphoricum |
Silicea |
Silicea |
| Freitag |
Silicea |
Kalium phosphoricum |
Natrium sulfuricum |
| Samstag |
Calcium phosphoricum |
Calcium fluoratum |
Calcium fluoratum |
| Sonntag |
Natrium chloratum |
Natrium phosphoricum |
Natrium sulfuricum |
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Nerventee |
Leber- und Gallentee |
Uwe Siebler hat in seinem Büchlein "Fit durch Salze"(1) die Sichtweise von den Antagonisten übernommen, wodurch auch bei ihm ähnliche Einnahmepläne entstehen, wie z.B. für die Krampfadern:
Krampfadern Bei starken Schmerzen und Entzündungen
| Montag |
Nr. 1 |
Calcium fluoratum |
Montag |
Nr. 3 |
Ferrum phosphoricum |
| Dienstag |
Nr.11 |
Silicea |
Dienstag |
Nr. 1 |
Calcium fluoratum |
| Mittwoch |
Nr. 9 |
Natrium phosphoricum |
Mittwoch |
Nr. 3 |
Ferrum phosphoricum |
| Donnerstag |
Nr. 1 |
Calcium fluoratum |
Donnerstag |
Nr. 1 |
Calcium fluoratum |
| Freitag |
Nr.11 |
Silicea |
Freitag |
Nr.11 |
Silicea |
| Samstag |
Nr. 1 |
Calcium fluoratum
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Samstag
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Nr. 3 |
Ferrum phosphoricum |
| Sonntag |
Nr. 9 |
Natrium phosphoricum |
Sonntag
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Nr. 1 |
Calcium fluoratum |
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Alle 3 Stunden 2 Tabl. 1&Mac218;2 Stunde v. d. Essen |
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Alle 3 Stunden 2 Tabl. 1&Mac218;2 Stunde v. d. Essen |
Es wird ersichtlich, wie eine fixierte, festgelegte Sichtweise die Auswahl und Anordnung der biochemischen Mittel bestimmt. Damit ist ein einseitiger Standpunkt auf Grund einer Lehre festgelegt worden. Somit gerät der Kranke mit seinen unmittelbaren Bedürfnissen aus dem Blickfeld und ein theoretischer Hintergrund bestimmt das Geschehen.
Der Kranke wird auf Fixierungen beschränkt, obwohl man betrachten sollte, daß Zwanghaftigkeit, Enge der Lebensgestaltung, Intoleranz und Ängste selbst ja auch Ausgangspunkt der Krankheit selbst sein könnten. Damit wird ein Teufelskreis angekurbelt, aus dem schwer zu entkommen ist.
Manchmal entsteht der Eindruck, daß die Biochemie Dr. Schüßlers bei manchen Anwendern eine Reizheilweise sein muß, als eine solche zu identifizieren sei, sonst ist sie für sie nichts, oder nichts wert. Oder anders formuliert, ist es diesen Anwendern unmöglich, anders zu denken, als in der Sichtweise der Reizheilweise. Die speziellen, manchmal sogar umständlichen und verwirrenden Anordnungen der einzelnen Mineralstoffe in den Einnahmeplänen resultieren daraus. Allerdings kann nicht geleugnet werden, daß auch über diese Verordnungen für viele Menschen Unterstützung in ihrem Gesundheitsgeschehen möglich war und ist. Für viele sind sie allerdings bedauerlicherweise ein zu kompliziertes Hindernis, um zu den Segnungen der Schüßlerschen Heilweise vorzustoßen und sie wenden sich enttäuscht ab.
Kurt Hickethier hat in seinem Lebenswerk die Auffüllung eines Mangels an die erste Stelle gestellt. Damit geriet er auch in das Kreuzfeuer der Kritik und wurde angefeindet. Allerdings verliert sich bei ihm der Gesichtspunkt des Reizes völlig zugunsten einer Substitution. Bedauerlich ist ein relativ enger Standpunkt in vielen Formulierungen, vor allem was die Lebensführung und Ernährung anlangt. Allerdings muß festgestellt werden, daß es, obwohl es 1924 zum erstenmal erschienen war, zum Teil sehr anregende Impulse auch noch für heute enthält. Auch er vertritt wie Dr. Kirchmann die Meinung, daß eine "echte Biochemie nach Dr. Schüßler" nur 11 Mittel umfassen kann.
(1)Siebler, Uwe: Fit durch Salze, Velbert: Uwe Siebler Verlag, 1. Auflage 1993, Seite 118
Dies ist eine sehr dogmatische Haltung, welche keine Auseinandersetzung in der Zahl der anzuwendenden Mittel mehr zuläßt. Damit ist eine Modifizierung, eine mit den gegebenen Verhältnissen, seien es zeitliche klimatische oder geographische, erfolgte Auseinandersetzung, nicht mehr möglich. Das Ergebnis ist ein starres Gebilde, welches durch seine Erstarrung, weder auf die Zeit, auf den Ort, auf die Umstände, noch auf den speziellen Menschen eingehen kann.
Aus der Praxis: Im Seminar eines Mineralstoffberaters war unter den Teilnehmern auch ein Zahnarzt, der interessiert den Ausführungen folgte. Als es um die Auseinandersetzung um die Erweiterungsmittel ging, hat er sowohl Hickethier als auch Dr. Kirchmann zitiert. Als der Referent bei der Betrachtung der Nr. 15 Kalium jodatum darauf hinwies, daß Dr. Schüßler in Oldenburg gelebt hatte, warf der Zahnarzt ganz spontan ein: "Ja, und dort gibt es auch keine Kröpfe!" Er hat im weiteren Gespräch ausgeführt, ganz im Sinne des Referenten, daß der Jodmangel, aber vor allem der feinstoffliche, in der Nähe des Meeres nicht vorhanden ist. Je weiter der Mensch vom Meer entfernt lebt, um so weniger bekommt er von diesen Stoffen ab, da sich bis dort hin die Wolken schon längst von diesen Stoffen entleert haben. Deshalb ist auf diesen Gesichtspunkt vor allem im Gebirge zu achten, denn da kommt noch eine weitere Belastung auf die Menschen zu, nämlich der Druck der Berge, welcher zum Teil auch auf der Schilddrüse lastet.
Bei Kurt Hickethier ist es allerdings ohne weiteres möglich, daß nicht nur alle Mittel nebeneinander nach dem jeweiligen Bedarf Platz haben, sie können auch an einem Tage gegeben werden. Er geht ohne Prinzipien diesbezüglich an die Anwendung heran und kommt zu sehr praktikablen und praktischen Ergebnissen.
Grundsätzlich kann also zusammenfassend zwischen den zwei Grundhaltungen des Reizes und der Substitution (Ergänzung des Fehlenden) unterschieden werden. Wenn der Satz Schüßlers stimmt, daß "der Grundsatz, nach welchem ein Mittel gewählt wird, diesem sein Gepräge aufdrückt", dann hätte jede der beiden Seiten recht. Beide Grundsätze haben viel für sich. Sie sind nicht so ohne weiteres gefaßt und vertreten worden, sondern oft nach vielen Jahren der Erprobung und Erfahrung.
Dr. Schüßler hatte sicher große Mühe, seinen eigenen Stand zu entwickeln, mußte er sich doch auch selbst aus dem homöopathischen Lehrgebäude herausentwickeln und ein Neues aufbauen. Der gegenseitige Kampf wird wegen des "entweder-oder" so vehement geführt.(1) Schüßler mußte sich gegen die "Homöopathisierung", wie Joachim Broy es nennt, zur Wehr setzen. Die eigenständige Position ist nur in der Situation als Gegensatz zu sehen. Ist es möglich, sie aufzulösen, Distanz zu gewinnen, kann dann ein umfassender Standpunkt eingenommen werden. Voraussetzung ist, daß die Ebene der Auseinandersetzung gewechselt wird.
Sowohl als auch
Lassen wir zu Beginn der Überlegungen noch einmal Dr. Schüßler selbst zu Wort kommen. Er schreibt in der letzten von ihm bearbeiteten Auflage(2) der "Abgekürzten Therapie":"Wenn ein pathogener Reiz eine Zelle berührt, so wird ihre Funktion dadurch anfangs verstärkt, weil sie sich bemüht, den Reiz abzustoßen. Verliert sie infolge dieser Tätigkeit einen Teil ihrer mineralischen Funktionsmittel, so ist sie pathogen (krankhaft) verändert.
Die pathogen veränderten Zellen d.h. die Zellen, welche ein Defizit (Verlust) an einem ihrer Mineralien erlitten haben, bedürfen einer Deckung mittels eines homogenen (gleichartigen) Mineralstoffes.
Eine solche Deckung kann spontan (von selbst), d.h. durch das Heilbestreben der Natur sich vollziehen, indem aus den Zwischenräumen der Zellen die erforderlichen Stoffe in die Zelle eintreten.
Zögert die spontane Heilung, so ist eine therapeutische (ärztliche) Hilfe notwendig. Zu diesem Zwecke verabreicht man die betr. Mineralstoffe in Molekularform (in Form von kleinsten, unwägbaren Teilchen).
Die Moleküle treten durch das Epithelium (oberflächliche Zellschicht) der Mund- und Schlundhöhle in das Blut und diffundieren (sich ausbreiten) nach allen Richtungen. Diejenigen Moleküle, die in den Krankheitsherd gelangen, vollziehen daselbst eine lebhafte Molekularbewegung, in welche gleichartige Stoffe aus der Nachbarschaft treten. Diese Stoffe gelangen in die pathogen veränderten Zellen, und somit kommt Heilung zustande.
Das biochemische Heilverfahren liefert dem Heilbestreben der Natur die demselben an betreffenden Stellen fehlenden natürlichen Mittel, die anorganischen Salze."
(1)Irgendwie ähnelt die Auseinandersetzung derjenigen in der Physik, als es um die Klärung ging, ob das Licht rein aus Wellen, also aus reiner Energie oder doch auch aus Korpuskeln besteht. Überraschenderweise wurde der Konflikt für alle Beteiligten so gelöst, daß der Grundsatz vom entweder - oder aufgegeben wurde. Es wurde festgestellt, daß das Licht beides ist, sowohl eine energetische Welle als auch aus Korpuskeln bestehend.(2)Schüßler, Abgekürzte Heilweise, 31. Auflage, 1904, Seite 7
Wenn jemand unbedingt Reize sehen will, weil er das vorliegende Werk Schüßlers mit der Homöopathie vergleicht, wird er entsprechende Formulierungen als Begründung verwenden, wie die folgende: "Diejenigen Moleküle, die in den Krankheitsherd gelangen, vollziehen daselbst eine lebhafte Molekularbewegung, in welche gleichartige Stoffe aus der Nachbarschaft treten." Mit anderen Worten, die verabreichten Mineralstoffe nach Dr. Schüßler - Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe (Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe) üben auf andere Moleküle einen Reiz aus, weil sie auf diese eine Wirkung haben. Nach Werner Heisenberg, dem berühmten Physiker, ließe sich formulieren: "Es wurde gefunden, was gesucht wurde!"
Auch Dr. Schneider(1) schreibt im "Biochemischen Hausarzt" davon, daß die Zellen angeregt werden. Für ihn besteht der Reiz darin, daß die Zellen einen Impuls bekommen, eine Anregung:
Auf die Tätigkeit der Zelle hat Dr. Schüßler sein "abgekürztes Heilverfahren" gegründet und damit der Heilkunde einen natürlichen, in jeder Beziehung unschädlichen und gleichwohl richtigen Weg gewiesen. Ausgehend von der Tatsache, daß die Salze, welche bei der Verbrennung als Asche zurückbleiben, einen wesentlichen Bestandteil einer jeden Zelle bilden, mag ihre Menge daselbst auch noch so gering sein, und daß eine Abweichung derselben oder eine stärkere Verringerung Krankheit verursacht, indem ohne dieselben die Zellen ihre normale Funktion nicht ausüben können, schlug er vor, das Defizit an diesen Salzen dem Körper in homöopathischer Dosis wieder zuzuführen,damit die kranken Zellen, welche in ihrem kranken Zustande um so empfindlicher für die Anwesenheit ihrer Salze sind, dadurch angeregt werden, die für sie nötigen anorganischen
Stoffe aus der Nahrung wieder aufnehmen."
Im 1989 erschienenen "Simile-Biochemie-Buch"(2) wird im direkten Widerspruch zu Dr. Schüßler formuliert: "Schüßler, beheimatet in der Homöopathie, verstand die Zuführung des fehlenden Mineralstoffes nicht als Substitution, sondern vielmehr als Reiz, der die Zellen zur Normalisierung in der Mineralstoffaufnahme anregen sollte."
Dr. Schüßler hat sich jedoch vehement und ausdrücklich gegen die "Homöopathisierung" (Joachim Broy) zur Wehr gesetzt. Er formuliert in der "Abgekürzten Therapie":(3)
"Mein Heilverfahren ist aber kein homöopathisches, denn es gründet sich nicht auf das Ähnlichkeitsprinzip, sondern auf die physiologisch-chemischen Vorgänge, welche im menschlichen Organismus sich vollziehen. Durch mein Heilverfahren werden Störungen, welche in der Bewegung der Moleküle der unorganischen Stoffe des menschlichen Organismus entstanden sind, mittels homogener Stoffe direkt ausgeglichen, während die Homöopathie ihre Heilzwecke mittels heterogener Stoffe indirekt erreicht."
Und weiter:
Es ist die Möglichkeit ausgeschlossen, daß mit der Zeit die Homöopathizität der biochemischen Therapie ans Licht treten wird."
Es wird sich zeigen, ob es gelingen kann, die Schüßlersche Heilweise wieder aus dem Bannkreis der Homöopathie so weit zu lösen, daß sie für sich als eine eigenständige Therapie gesehen werden kann.(4) Vielleicht stellt die homöopathische Zubereitung der Mittel ein gewisses Hindernis dafür dar. Jochen Schleimer schreibt in seinem
Vorwort zum Buch "Salze des Lebens"(5): "Die Behandlung mit Schüßler-Mitteln scheint bei uns - im Heimatland von Schüßler - zu Unrecht etwas in Vergessenheit zu geraten. In anderen Ländern ist dem nicht so. In Indien beispielsweise ist die Schüßlersche Biochmie neben der Homöopathie und Ayurveda-Medizin längst fester Bestandteil der medizinischen Versorgung dieses Landes mit der zweithöchsten Bevölkerungszahl der Erde."
Wie sehr die Eingliederung bzw. Einverleibung der Biochemie nach Dr. Schüßler - Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe in die Homöopathie sich als schädlich erwiesen hat, darauf geht Joachim Broy(6) kurz ein:
(1)Schneider, Dr. Med. J.: Biochemischer Hausarzt, Seite 5
(2)Lorenz, Uwe: Das Simile Biochemie-Buch nach Dr. Schüßler, Baden-Baden:
Simile homöopathische Arzneimittel Ges.m.b.H, 1989, Seite 6
(3)Schüßler, Abgekürzte Heilweise, 31. Auflage, 1904, Seite 4 (4)Es stellt sich auch die ernsthafte Frage, ob es der Schüßlerschen Heilweise dienlich ist, wenn in einem neueren Buch, wie bei dem im Jahre 1997 im AT-Verlag erschienen "Mineralstoffe nach Dr. Schüßler - Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe" von Kellenberger-Kopsche Mittelbilder mit den Mineralstoffen nach Dr. Schüßler in Verbindung gebracht werden, welche aus der Homöopathie stammen. Dazu schreibt Dr. Med. Thomas Rau in seinem Vorwort auf Seite 9:
"Es ist das große Verdienst des Autors, meines Freundes und Kollegen Richard Kellenberger, daß er erstmals diese Aspekte der psychischen Befindlichkeit einbezogen hat. Wohl bestehen sie in den Beschreibungen der homöopathischen Wesensbilder, nie aber wurden sie zu den Schüßlersalzen und der Antlitzdiagnostik in Beziehung gesetzt." Diese Verbindung bringt eher eine weitere Verschmelzung, als eine eigenständige Darstellung, welche sich von der Homöopathie abhebt.
(5)Schleimer, Dr. Med. Jochen: Salze des Lebens, Regensburg: Johannes Sonntag
Verlagsbuchhandlung, 1984, Seite 7
(6)Broy, Joachim: Die Biochemie nach Dr. Schüßler, Seite 49f
"Schüßler und die frühen Biochemiker bezogen einen erheblichen Teil ihres Wissensum die physiologische Chemie aus ihren Erfahrungen am Krankenbett, eine zu damaliger Zeit durchaus akzeptable und keineswegs unwissenschaftliche Methode. Nach und nach aber wurde das biochemische Mittel immer mehr nach einzelnen
Krankheitssymptomen verordnet, wobei zu seiner Findung die deckungsgleiche Symptomatik im Vordergrund stand, ein Verfahren, wie es der Homöopathie eigentümlich ist.
Diese Art der Mittelfindung allein wird jedoch der Biochemie nicht gerecht. Darum ist es nicht verwunderlich, daß mit fortschreitender "Homöopathisierung" die Erfolgsquoten zurückgingen und schließlich denen anderer biologischer Heilmethoden weit nachstanden. Kennzeichnend dafür ist auch die Tatsache, daß anstatt des Schüßlerschen Terminus "Charakteristik" für den Wirkungsmodus des einzelnen Mittels sich die homöopathische Bezeichnung "Mittelbild" einbürgerte.
Dem Biochemiker darf die Symptomatik nur dazu dienen, den pathologischen Biochemismus des individuellen Elektrolyt-Haushalts zu ermitteln, um so das geeignete biochemische Mittel aufzufinden. Dabei kann sich unter Umständen ein ganz anderes Mittel als notwendig erweisen als das für das gegebene Symptom zunächst naheliegende.
Der Symptomenkomplex, der auch das Heilmittel kennzeichnet, erarbeitet in sorgfältigen, speziellen Arzneimittelprüfungen, ist das besondere Kennzeichen der Homöopathie.
Da es sich bei biochemischen Mitteln um stets gegenwärtige, körpereigene Substanzen handelt, meldete Schüßler Zweifel an, daß diese typische Symptome im gesunden Organismus hervorzurufen in der Lage sind, wie es für die Erstellung eines homöopathischen Mittelbildes unabdingbar wäre." Erst wenn die Umklammerung der zwanghaften Gegensätzlichkeit zwischen den beiden Heilweisen nachläßt, kann das Umfeld genauer erfaßt werden. Dann ist es unter Umständen möglich, zwei Standpunkte nebeneinander stehen lassen zu können.
Aus dem bisher Erörtertem erhebt sich die ernsthafte Frage, ob "homogene", "physiologische", also im menschlichen Körper im dauerhaften Stande befindliche Stoffe grundsätzlich überhaupt einen Reiz auslösen können. Der Reiz, welcher in einem eigenen Kapitel noch extra behandelt wird, stellt im Grunde eine Störung dar. Können dem Körper eigene Mineralstoffe, wie es die Mineralstoffe nach Dr. Schüßler - Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe (Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe) darstellen, eine Störung auslösen?
Diese Frage kann noch exakter auf den Punkt gebracht werden: Stellen sie tatsächlich eine Störung dar, auch wenn diese Mineralstoffe, so verdünnt werden, daß sie nicht nur in der Zusammensetzung, sondern auch in ihrer Konzentration, bzw. Verteilung, Verdünnung oder Potenzierung dem körperlichen Bestand entsprechen.
Kann ein Impuls, wie ihn die Mineralstoffe auslösen, mit einem Reiz gleichgesetzt werden? Schließlich und endlich sind die Mineralstoffe nach Dr. Schüßler - Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe (Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe) in der Lage, "Störungen, 'welche in der Bewegung der Moleküle der unorganischen Stoffe des menschlichen Organismus entstanden sind, mittels homogener Stoffe direkt auszugleichen." (Dr. Schüßler) Für Dr. Schüßler war es von außerordentlicher Bedeutung, daß die Mineralsoffverbindungen, welche er verwendet, sich im dauernden Bestand des Körpers befinden. Es stellt sich dabei automatisch die Frage, wie diese Mineralstoffverbindungen gegeneinander wirken sollen und sich sogar in ihrer Wirkung aufheben können? Daß dies nicht möglich ist, wird jedem einleuchten, denn dann könnte der Organismus seinen Betrieb nicht aufrecht erhalten. Es kann um keine ausgeklügelte Lehre von Unverträglichkeiten von Mineralstoffverbindungen gehen, wenn sie sich zur gleichen Zeit im Körper befinden. Außerdem darf jeder Mensch der Weisheit der ihn am Leben erhaltenden geistigen Ebene vertrauen, daß sie die einzelnen Mineralstoffverbindungen sehr wohl unterscheiden und entsprechend einsetzen kann. Wenn durch die Mineralstoffe nach Dr. Schüßler - Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe (Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe) die Zelle in ihrem Mineralstoffbestand wieder aufgefüllt wird, sie also wieder in ein gesundes Energiefeld, bzw. Schwingungsfeld gelangt, wird durch die "Ausstrahlung der Zelle" auch der sogenannte "grobstoffliche", außerzelluläre Bestand an Mineralstoffen wieder in Ordnung kommen. Je mehr also die Zelle aufgeladen ist, im wahrsten Sinne des Wortes nicht nur mit den Mineralstoffen, sondern durch sie auch energetisch in einem Spannungsfeld, um so besser können die grobstofflichen Bereiche ausgesteuert werden. Die Aufladung der Zelle ist in diesem Zusammenhange nicht die Konsequenz eines Reizes, sondern die Folge einer Befähigung. Diese besteht in zweierlei Hinsicht:
Durch die spezielle Zubereitung in der die Biochemie nach Dr. Schüßler - Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe gelangen die Mineralstoffe direkt das Innere der Zelle, weil sie das Gewebe diffundieren, durchdringen. Die Mittelgabe in dieser Heilweise vertraut trotz der Belastung oder krankhaften Veränderung der Zelle, daß sie im Stande ist, die fehlenden Mineralstoffe an sich zu ziehen.Andererseits wird die Zelle durch die zunehmende, kontinuierliche Aufladung befähigt, ihre Umgebung mehr und mehr in ein gesundes Milieu zu bringen. Die Aufladung der Zelle geschieht in dem Maße, als es die feinen Kanäle der Gewebe und der Zellenöffnungen zulassen.
Die Auseinandersetzung mündet in der Frage ob eine Versorgung und der damit verbundene Impuls, welchen die Versorgung mit Mineralstoffen nach Dr. Schüßler darstellt, einem Reiz gleichgesetzt werden kann. Damit wären wir bei einer Definitionsfrage angelangt:
- Diese muß insofern hier nicht beantwortet werden, als sie einerseits an einer späteren Stelle erfolgt,
- andererseits es notwendig erscheint, die Fragestellung konsequenterweise auch einmal umzudrehen!
Ist nicht die Homöopathie manchmal, oder vielleicht sogar öfter als angenommen, eine Substitutionsheilweise? Genau auch das, was Schüßler mit seinen Mineralstoffen bezweckt?
Besteht überhaupt noch der Bedarf an einem Reiz, auch wenn er gesundheitsfördernd ist, wenn sich der Organismus auf Grund einer ausreichenden Versorgung befriedigend organisieren kann?
Schon Dr. Schüßler gibt in der Einleitung der "Abgekürzten Therapie"(1) 1898 auf diese Frage eine Antwort:
"Ein Homöopath, welcher Silicea anwendet, verfährt unbewußt biochemisch. Die Silicea kann in gesunden Personen keine Symptome erzeugen,(2) auf deren Grund sie nach dem Ähnlichkeitsprinzip gegen Krankheiten angewandt werden könnte. Die Homöopathen wählen sie auf Grund empirisch gewonnener Heilsymptome. So verfahren sie auch bezüglich der anderen Zellensalze, die sie vor Begründung der Biochemie angewandt haben."
Die Frage, welche uns beschäftigt, heißt also nicht:
"Ist die Biochemie eine Reizheilweise?"
Sondern:
"Ist die Homöopathie auch eine Substitutionsheilweise?"
Nachdem sich diese Frage vor allem für die niederen Potenzen vielfach bejahen läßt, erscheint eine Differenzierung der Wirkungsweise der homöopathischen Mittel angebracht. Da dies nicht Gegenstand dieses Buches ist, wird die Behandlung dieses Themas in den Bereich der Fachleute für Homöopathie verwiesen.
Auf jeden Fall ist die Wirkungsweise der homöopathischen Mittel umfangreicher als die der Mineralstoffe nach Dr. Schüßler - Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe. Er umfaßt nicht nur den Bereich der Substitution in den niederen Potenzen, den Bereich des Reizes auf der körperlichen Ebene, den Bereich der Emotionen im Bereich der Gefühlsstoffe, den energetischen im Bereich der höheren Potenzen, welche keinen nachweisbaren Wirkstoff mehr enthalten, den Bereich der Information in den Hochpotenzen, den Bereich des Charakters aus der Sicht der Mittelbilder.
Das "sowohl als auch" gilt wahrscheinlich nicht für die Biochemie Dr. Schüßlers sondern für den Bereich der Homöopathie.
(1)Schüßler, Abgekürzte Heilweise, 31. Auflage, 1904, Seite 4
(2)Gemeint ist dabei Silicea in der von Dr. Schüßler empfohlenen Zubereitung, also mindestens in D 6.

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